Akademische Verbindung Föhrberg (T.B.K.)
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Akademische Verbindung Föhrberg  
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Die Geschichte der Akademischen VerbindungFöhrberg (T.B.K.)

 

 

Die Geschichte der AV Föhrberg begann im Mai 1879 in einem Dachzimmer des Hauses Nummer 9 der Tübinger Gartenstraße. Die befreundeten Theologiestudenten Rudolf Georgii, Eduard Gmelin und Paul Dorsch trafen sich hier, um zu beten, Bibelstellen des neuen Testaments zu lesen und diese zu besprechen. Ihr Anliegen war es, entgegen den zu dieser Zeit sehr bibelkritischen theologischen Strömungen an der Tübinger Universität, eine bibelnahe Theologie zu studieren. Aus dieser Zusammenkunft gründete sich der Tübinger Bibelkreis (TBK). Der Kreis traf sich stets freitagabends und hatte keinen starken Zulauf, da ja die Inhalte nicht der theologischen „Mode“ entsprachen. Es wurde auch keine Werbung für den Kreis gemacht. Man lud bekannte Studenten ein, man kam und man ging. An die Gründung eines Vereins oder einer Verbindung wurde zunächst gar nicht gedacht.

1883/84 jedoch gesellten sich überraschend neun neue Mitglieder zum kleinen, unscheinbaren Bibelkreis. Man begann die Struktur des TBKs zu überdenken und einigte sich darauf, dass dieser von nun an nur aus Studenten der Theologie bestehen sollte. Die Anregung mancher Mitglieder, eine Art missionarischen Auftrag zu übernehmen, wurde abgelehnt. Man wollte sich lieber der Pflege der Freundschaft in den eigenen Reihen widmen. Aus diesem Grunde entschloss man sich auch, sich nicht nur wie bisher auf die Bibelarbeit zu beschränken, sondern auch sonst mehr Zeit miteinander zu verbringen. Man einigte sich darauf eine feste Mitgliedschaft einzuführen, die zur Teilnahme an der Bibelarbeit verpflichtete. So wurde aus dem Bibelkreis eine studentische Verbindung, auch wenn man diesen Begriff zu Beginn vermied und sich lieber als „Freundeskreis“ bezeichnete.

Es gingen einige Jahre ins Land, in denen der TBK sich dann doch einige der studentischen Traditionen zu eigen machte. Das Veranstalten einer Herbstzusammenkunft (HZK) von Altenschaft und Aktivitas im Wintersemester, die Wahl von Chargen, genauso wie der Leitspruch „ Freundschaft, Glaube, Wissenschaft“ sind Beispiele, die bis in das heutige Verbindungsleben hinein erhalten geblieben sind. 1912 erlebte der TBK dann mit der Fertigstellung des Hauses auf dem Föhrberg, einen Höhepunkt in seiner Geschichte.

Der erste Weltkrieg hinterließ Spuren im Tübinger Bibelkreis. Über die Hälfte der Aktivitas kehrte nicht aus dem Krieg zurück. Die übrigen begannen sofort neue Mitglieder zu „keilen“, was ihnen auch mit Erfolg gelang. Darauf folgte die sogenannte „Glanzzeit“ des TBK. Die Art des TBK und das Haus, lockten viele neue Gesichter an. Das Verbindungsleben blühte und war durch viele gemeinsame Aktivitäten geprägt. Man nahm aktiv am Tübinger Verbindungsleben teil und schickte Vertreter zu allen wichtigen Veranstaltungen der Universität. Auch zu Beginn des Dritten Reiches ging es dem TBK noch gut. Doch langsam begannen auch hier die Diskussionen, beispielsweise darüber, ob der TBK dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund beitreten (NSDSTB), oder ihm demonstrativ fern bleiben sollte. Ungeachtet der politischen Umstände, wurde das Kreisleben mit der naiven Annahme, man sei eine Christliche Gruppe im Schutze der Kirche, wie gewohnt weitergeführt. Durch den Studentischen Sicherheitsdienst erfuhr die Studentenführung von dem Bibelkreis und verbot diesen im Sommer 1938. Auch das Haus auf dem Föhrberg wurde geschlossen. Anlass hierfür waren ausgerechnet die Konventsprotokolle, die die Diskussionen um den Beitritt zum NSDSTB dokumentierten. Trotz Verbot lebte der TBK in Form von verschiedenen Bibelkreisen im Tübinger Stift weiter. Man war zwar zu ängstlich zum Keilen, veranstaltete aber wöchentliche Bibelabende und ging zusammen SpuZen. Der Alltag wurde oft von Nachrichten vom Tod der Freunde getrübt. Nach dem Krieg bekam der TBK als erste Verbindung in Tübingen ihr Haus wieder zugesprochen. Aufgrund der durchgehenden Bemühungen im Stift, konnte das Verbindungsleben schnell wieder aufgenommen werden, von dem schon damals die Stocherkähne ein wichtiger Teil waren. In den 50er Jahren erweiterten die damaligen Mitglieder den TBK zur A.V. Föhrberg (Föhrberg heißt das Gebiet, auf dem das Verbindungshaus steht) und nahmen von nun an auch Studenten aus anderen Fakultäten auf.

Ab den späten 1960ern fand in der Studentenschaft ein radikales Umdenken statt. Zwar hatte der Föhrberg zwei Weltkriege überstanden, den Wunsch nach Veränderung überlebte er nicht. Man wollte neue Wege einschlagen und die ausgetretenen Pfade alter Generationen verlassen. Im Wintersemester 1970/71 brach die Aktivitas vollständig zusammen. Ein Antrag über die Auflösung des Vereins wurde jedoch abgelehnt. Die Altenschaft traf sich nun einmal im Jahr und das Haus wurde dem Tübinger Studentenwerk für eine Kindertagesstätte zur Verfügung gestellt. Verschiedene Versuche eine neue Aktivitas ins Leben zu rufen scheiterten zunächst.

1981 kam dann die Überraschung: „Föhrberg lebt!“ stand da im der im Kreisblatt abgedruckten Einladung zur Osterzusammenkunft. Und in der Tat wurde diese dann erstmals wieder von Altenschaft und einer neuen, acht Mann starken Aktivitas gemeinsam begangen. Die neuen Aktiven waren zum großen Teil Studenten der Theologie (zwei davon Söhne von Altfreunden des Föhrbergs) und fühlten sich auf der Suche nach einer verbindenden Lebensform für die Zeit des Studiums vom Leitspruch des Föhrbergs „Freundschaft, Glaube, Wissenschaft“ angezogen. Man begann in kleinen Schritten ein neues Verbindungsleben aufzubauen und eine Satzung zu entwickelt. Das Haus, in dessen Erdgeschoss zu dieser Zeit eine Telefonseelsorge untergebracht war, und dessen Obergeschosse an Studenten vermietet waren, wurde langsam zurückerobert. 1982 konnte bereits der erste Stocherkahn angeschafft werden. Im selben Jahr wurde die neue Satzung offiziell und brachte eine bahnbrechende Neuerung. Im §2 stand da: „Die Verbindung steht allen Tübinger Studentinnen und Studenten offen.“ Die Aufnahme von Frauen in eine Studentenverbindung war eine Neuheit, auf die sich der ein oder andere Altfreund erst einmal einstellen musste. Bis heute, sind wir die älteste noch aktive, gemischte Studentenverbindung in Tübingen und lassen die Tradition mit viel frischem Wind weiterleben.

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